9 goldene Regeln für die Gestaltung mit Pflanzen

Für die Gestaltung mit Pflanzen sind ein paar Gestaltungsgrundlagen zu beachten – 9 goldene Regeln sollen helfen.

1. Einfach bleiben

Die Versuchung ist groß, alle Lieblingspflanzen im Garten zu verteilen. Besser und nicht so chaotisch wirkt es, wenn Sie die Artenzahl reduzieren und die Pflanzen dafür in Gruppen setzen, statt von vielen verschiedenen nur ein Exemplar. Auch im Garten gilt: Weniger ist mehr.

Beetfülle in einem kleinen Garten

Auch in einem kleinen Garten können große Beete angelegt werden, ohne dass der Verlust des Rasens auffällt. Je tiefer die Beete, desto vielfältiger sind die Gestaltungs- und Bepflanzungsmöglichgkeiten.

2. Je breiter desto besser

Als Faustregel gilt: ein 1–1,2 m tiefes Beet kann außer einem schmalen Strauch und ein oder zwei Streifen für Stauden nicht weiter bepflanzt werden. In einem 2–2,5 m breiten Beet haben schon weitere Sträucher und Rosen Platz. Dieses Maß können Sie als Mindestbreite für gemischte Rabatten und Beete bei der Planung verwenden. Schmale Beete oder Pflanzstreifen lassen sich in kleinen Gärten nicht vermeiden, dann pflanzen Sie am besten eine Kletterpflanze, eine schmale Hecke und davor eine Reihe niedriger Stauden. Versuchen Sie, die Beete so breit wie möglich anzulegen. So könnten Sie statt zwei schmalen Rabatten links und rechts des Rasens ein breites Beet auf einer Seite anlegen mit einer Reihe von Pflanztöpfen auf der gegenüberliegenden Seite als Ausgleich. Diagonal verschobene Gestaltungselemente und Flächen eröffnen auch größere Pflanzecken als parallel zu den Gartengrenzen angelegte. Auch könnte die Rasenfläche komplett zugunsten von Beeten geopfert werden.

3. Proportionen

Beachten Sie die Größe und Proportionen des Grundstücks und der umliegenden Gebäude. In großen Gärten wirken große Pflanzen auf großen Flächen gut. In kleinen Gärten sind wenige große Pflanzen besser als viele kleine. Beachten Sie auch die Wuchshöhe – zu hohe Gewächse engen den Raum ein, so wirkt die Gestaltung mit Pflanzen stimmig.

4. Einheitlichkeit

Verbinden Sie den Garten mit seiner Umgebung, in-dem Sie Elemente der Landschaft wie Hügel oder große Bäume bei der Anlage von Sichtachsen berücksichtigen. Auch durch die Verwendung ähnlicher Farben, Materialien und Pflanzen verschmelzen die Grenzen zwischen Garten und Landschaft.

5. Wiederholungen bei der Gestaltung mit Pflanzen

Durch wiederholende Arten und Kombinationen können Sie am einfachsten Ruhe in eine Pflanzung bekommen. Ähnliche Eigenschaften wie Wuchsformen oder Farben verbinden unterschiedliche Arten und lassen sie als Einheit erscheinen. Schöne Beispiele sind immergrüne Gräser, Stauden und Formschnittgehölze.

Garten gestalten mit Pflanzen und Skulpturen

Setzen Sie Fokus und Akzente durch Pflanzen und Skulpturen

6. Rhythmus

Durch regelmäßige Wiederholungen entsteht ein Pflanzrhythmus, der den Gesamteindruck zusätzlich verstärkt. Ein natürlicher, geradezu fließender Rhythmus entsteht, wenn Sie die Pflanzen in langen, geschwungenen Bändern und Driften setzen – wie die sanften, schwingenden Klänge einer Harfe. Dazu kommen in regelmäßigen Abständen – quasi als Paukenschlag – Solitäre, die den Fluss unterbrechen. Diese Intervalle können Sie, wenn genug Platz vorhanden ist, noch in kleinere Sequenzen unterteilen, bis aus dem Beet eine wahre Symphonie der Farben und Formen wird.

7. Harmonie & Vielfalt

Harmonie ist ein wichtiger Aspekt bei der Pflanzplanung und der Gestaltung mit Pflanzen, doch dürfen Kontrast und Vielfalt nicht unberücksichtigt bleiben. Die Verwendung einer einzigen Farbe kann schnell langweilig werden, selbst wenn sie in vielen Tönen und Schattierungen vorkommt. Platzieren Sie immer wieder Kontrastpunkte in Form von Arten mit anderen Blütenfarben oder Wuchsformen.

8. Fokus & Akzente

Jeder Garten braucht mindestens einen Fokus oder Akzent, der die Blicke auf sich zieht. Das kann eine Pflanze, ein Gefäß oder eine Skulptur sein.

9. Ausgleich & Balance

Balance ist ein Zustand von Ausgeglichenheit und innerer Ruhe. Hohe Immergrüne auf einer Seite des Gartens brauchen ein Gegengewicht, sonst wirken sie unausgewogen. Entlang einer zentralen Achse sind Symmetrien am einfachsten umzusetzen.

© James/Callwey

Bild unten: 123RF

Text + Bild oben aus:

gestalten-mit-pflanzen-das-grosse-handbuch-matt-james-callweyMatt James

Gestalten mit Pflanzen

Das große Handbuch

2016. 288 Seiten; 554 farbige Abbildungen, 22 Pflanzpläne, mehrere Tabellen

21,6 x 28 cm. Gebunden.

€ [D] 29,95 / € [A] 30,80 / sFr. 40.90

ISBN: 978-3-7667-2207-2

Buch hier bestellen.

Gartengenuss mit den schönsten Pflanzen

Pflanzen sind das A und O in jedem Garten – ohne eine gute Planung mit diesem wichtigsten Gestaltungselement funktioniert jede noch so schöne Idee nicht. Welche Pflanzen passen zu mir und in meinen Garten? Welche Pflanzenkombinationen sind am besten geeignet, und was muss ich zur Pflanzung und Pflege wissen?
Gartendesigner Matt James zeigt in seinem umfangreichen Ratgeber anhand von konkreten Beispielen, welche Pflanzen wo am besten wachsen und welche Aufgabe sie in der Gestaltung erfüllen.
James, der u.a. als Dozent für Gartenbau tätig ist, widmet sich den Planungsgrundlagen und Voraussetzungen von verschiedenen Gärten und stellt alle Pflanzengruppen im Überblick vor. Er präsentiert unterschiedliche Gartenstile und erklärt, wie sich diese mit den richtigen Pflanzen verwirklichen lassen. Farben, Formen, Strukturen und Pflanzenkombinationen spielen dabei eine wesentliche Rolle.
Als extrem hilfreich für Gartenfreunde dürften sich die rund 100 Seiten erweisen, auf denen der Autor die schönsten Beispiele in verschiedenen Stilrichtungen mit konkreten Pflanzplänen zur Umsetzung vorstellt. Hier ergänzen sich Plan und Foto vortrefflich; und einzelne Pflanzen wiederum werden aus dem Bild gezoomt und im Detail beschrieben. Das ist etwas, was man in dieser Ausführlichkeit und Detailtreue noch nicht gesehen hat. Zum Schluss fehlen auch Tipps, auf die es beim Kauf, beim Pflanzen und der Pflege ankommt, sowie eine Checkliste nicht, um die eigenen Wünsche umzusetzen. Ein echter Pflanzen-Ratgeber, der Gartenfreunden wirklich weiterhilft!

Der Autor – Matt James ist Gartendesigner und Autor mit großer Leidenschaft für Gartenplanung und Pflanzen. Er ist Dozent für Gartenbau beim Eden Project in Cornwall sowie erfolgreicher Fernseh- und Radiomoderator.

Hier geht’s zurück zu unseren Gartentipps.

 

Weitere Interessante Artikel

 

Kommentare