Artenschutz im eigenen Garten

Aufräumen wird überschätzt – das gilt zumindest für den Garten. Schmetterlinge, Insekten, Igel und Co. lieben die Unordnung und bieten einen natürlichen Artenschutz. Hobbygärtner tragen zur Artenvielfalt bei, indem sie es vor der Tür ganz einfach einmal ein bisschen wuchern lassen. Wie Artenschutz im eigenen Garten am besten funktioniert, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Heimische Arten anpflanzen

Wer zur Artenvielfalt beitragen möchte, sollte bereits bei der Pflanzenauswahl darauf achten, möglichst viele verschiedene Gewächse anzupflanzen. Idealerweise setzen Sie auf heimische Arten und fruchttragende Gehölze. Die klassische Thuja-Hecke erfreut sich zwar noch immer großer Beliebtheit und macht auch optisch einiges her, für die Tiere und deren Artenvielfalt ist die immergrüne Pflanze jedoch weniger attraktiv. Bienen, Hummeln und Co. begrüßen es eher, wenn es das ganze Jahr über Blüten gibt, die bestäubt werden können. Besonders beliebt sind Sonnenblumen, Zwiebeln, Lauch, Salbei und Thymian. Mit dieser Kombination schaffen Sie eine ideale Nahrungsgrundlagefür viele Insektenarten.

Artenschutz im eigenen Garten: Biene und Hummel lieben Nektar

Artenschutz im eigenen Garten: Biene und Hummel lieben Nektar

Nicht gleich die Chemiekeule schwingen

Ebenso wichtig wie eine breite Auswahl an blühenden Pflanzen ist der Verzicht auf chemische Schädlingsbekämpfungsmittel. Laut Bundesamt für Naturschutz sterben unter Verwendung von unnatürlicher Insektenabwehr bis zu 1000 Mal mehr Spezies aus als unter natürlichen Umständen. Allein in Deutschland sind gegenwärtig ein Drittel der heimischen Tier- und rund ein Viertel der Pflanzenarten gefährdet. Vollständig auf Gift zu verzichten, ist auf jeden Fall schon einmal ein großer Schritt in Richtung artenreicher Garten. Kleintieren, die es auf den angebauten Salat abgesehen haben, kann man auch mit anderen Mitteln begegnen, etwa mit …

So unterstützen Sie die Artenvielfalt

Ob liegengelassene Holzstücke, die Igeln als Unterschlupf dienen können, oder in einer Ecke des Gartens aufgeschichteter Pflanzenrückschnitt, über den sich heimische Vogelarten und kleinere Reptilien freuen – ein nicht aufgeräumter Garten ist immer noch der beste Artenschutz. Wem die Unordnung ein Dorn im Auge ist, der kann auch einfach einen bestimmten Bereich als Wildgarten anlegen. Hier können Sie zudem Insektenhotels aufstellen und Nisthilfen in Form von Trockensteinmauern einrichten, um dem zunehmenden Artenschwund zumindest ein wenig entgegenzuwirken.

Bild: 123RF

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