Das kann jeder für unsere Bienen tun!

Öffentliche Grünflächen helfen Bienen

Öffentliche Grünflächen helfen Bienen und Hummeln

Ob Bienenvolk auf dem Dach, Firmengarten, bienengerechte Bepflanzung oder der Kauf von regionalem oder fair gehandeltem Honig: Es gibt für jeden eine Möglichkeit, die Bienen zu unterstützen.

Keine Frage: Unsere Bienen sind in Not, und ihnen muss geholfen werden. In Städten und Gemeinden wird mittlerweile tatkräftig dem Wohl von Bienen aller Art zugearbeitet. So werden Kreisverkehrinseln und ehemalige Grünanlagen bienengerecht bepflanzt.  Auslöser für diese Entwicklung war unter anderem die Initiative »Deutschland summt!«. Sie zeichnet dafür verantwortlich, dass Stadtimkern die Möglichkeit gegeben wird, auf Dächern von Verwaltungsgebäuden, Opernhäusern oder Museen ihre Bienenstöcke aufzustellen. Die Initiative erstreckt sich mittlerweile über ganz Deutschland. Immer mehr Partnerstädte machen sich das Thema Biene mit allem, was dazugehört, zur Aufgabe. So werden Vorträge zum Schutz der Bienen gehalten, Schaugärten für Wildbienen kreiert, Tipps für Nisthilfen von Bienen gegeben und Veranstaltungen zum Thema „Naturschutz und Bienen“ organisiert. Nicht weniger aktiv sind die Urban Gardeners. Diente diese Bewegung einst zur Sicherung der Grundernährung, so gilt urbanes Gärtnern heute auch als Statement zur Wiederbegrünung brachliegender Stadtlandschaften und öffentlicher Flächen. Es erlebte in den letzten Jahren einen starken Zustrom. Der Duft von Erde und Humus lockt die Großstädter reihenweise in Gärten, auf Balkone und in grüne Hinterhöfe. Das kollektive Buddeln in der Erde lässt nicht nur Gemüse, Sträucher und Blumen, sondern auch Solidarität und soziales Denken wachsen.

Sympathie-Tier Biene

In der breiten Bevölkerung hat die Honigbiene ihren Siegeszug längst angetreten. Selbst in der Werbung dient sie als Model und steht für unverfälschte Reinheit, Sicherheit und Vertrauen. Ein Stück weit partizipiert daran auch der Imkerboom der letzten Jahre, die Verjüngung seiner Anwärterschaft und nicht zuletzt das Interesse der Menschen, sich für die Bienen starkzumachen. So schmücken inzwischen Bienen- und Insektenhotels allerorts Gärten, und jeder erfreut sich am Getümmel der Kleinstlebewesen.

Selbst wer kein Insektenhotel aufhängt, kann zum Bienenwohl beitragen. Man lässt sich einfach von Bienen besuchen, indem man Garten, Terrasse oder Balkon bienengerecht bepflanzt und so den Bienen einen reich gedeckten Tisch bietet. In den meisten Gärtnereien und Pflanzengroßmärkten gibt es mittlerweile sogenannte Bienenweiden – ein Mix aus bienenfreundlichen Blumensamen. Rein damit in den Humus und schon kann’s losgehen! Unkrautvernichtungsmittel und Insektizide sind selbstverständlich tabu. Und bei der Gartenarbeit gilt: Weniger ist hier oft mehr. Schaut man sich z. B. verwilderte Ecken im Garten oder wilde Wiesen genauer an, stellt man fest, dass es hier vor Leben nur so wimmelt. Diese Wildpflanzen sind Lebensgrundlage für viele Kleinstlebewesen, so auch für die Bienen. Genau solche Flächen sind es wert, erhalten zu werden. Bringen Sie also Samen und Setzlinge von Wildpflanzen im Garten aus und lassen Sie auch Beikräuter, die sich selbst angesiedelt haben, ruhig stehen. So schaff en Sie wertvolle Biotope für die Bienen.

Tauchen Kinder in die Welt der Bienen ein, sehen sie die Natur mit anderen Augen.

Tauchen Kinder in die Welt der Bienen ein, sehen sie die Natur mit anderen Augen.

Bienen machen Schule

Sogar viele Kindergärten und Schulen sind mittlerweile im Besitz eigener Bienenvölker. So wird Kindern verantwortungsvolles Denken im Umgang mit der Natur praktisch beigebracht. Die Arbeit mit dem Bienenvolk auf Augenhöhe fordert von den Kindern viel Konzentration und Durchhaltevermögen. Doch spätestens wenn der goldene Honig fließt, sind aus den Schülern kleine Imker geworden.

Viele Imker- und Bienenzuchtvereine unterstützen die starke Nachfrage und bieten meist ehrenamtlich Seminare, Kurse und Führungen an. Kaum ein Teilnehmer kann sich der faszinierenden Welt der Bienen entziehen und lernt so die Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur besser kennen.

Bienenfreundlicher Einkauf

Von hellem Klee- und Rapshonig bis zum dunklen Tannenhonig, von streichfest bis flüssig reicht die Palette der Honigsorten. Wie ein Zwerg im Land der Riesen steht man so manches Mal überfordert vor der schier endlosen Auswahl im Supermarkt. Doch es empfiehlt sich, genau hinzusehen. Denn je nach Herkunftsland, allen voran China und Mexiko, werden trotz Verbot dem Honig Zusatzstoff e wie Zucker beigemischt, um die Menge zu strecken. Auch allzeit flüssiger Honig, ausgenommen Akazienhonig, hat mit seinem natürlichen Ursprung so gut wie nichts mehr gemein: Damit der Honig nicht kristallisiert, wird er übermäßig erhitzt, sodass viele wichtige Enzyme und Vitamine vernichtet werden. Ein absolutes »No Go« ist Honig, der Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält.Es ist jedoch schwierig, den Überblick zu behalten. So sind auch EU-Erzeugnisse kein Garant für genfreie und unbelastete Lebensmittel.

 Wer qualitativ hochwertigen Honig will, sollte deshalb folgende Punkte beachten:

* Testergebnisse zeigten, dass unbelasteter Honig hauptsächlich aus deutschsprachigen Ländern bzw., wenn er aus dem Ausland kommt, aus fairem Handel stammt.

* Am besten kauft man unbehandelten Honig aus der heimischen Region. Dieser enthält die Wirkstoffe von Blüten aus der eigenen Umgebung, man vermeidet lange Transportwege und überflüssigen CO2-Ausstoß, und der Gesetzgeber achtet hierzulande auf die Einhaltung festgelegter Richtlinien für den Honig.

* Stammt der Honig aus dem Ausland, empfiehlt der Bundesverband »Die Verbraucher Initiative« »Fairtrade«-Produkte. Dieses Label garantiert den Honigproduzenten einen fairen Preis, und die Umweltstandards

Alle Texte sind aus diesem Buch:

© Gräfe und Unzer Verlag /Autoren: Sandra Bielmeier & Armin Bielmeier

Bild oben: 123RF

Bild unten: © Gräfe und Unzer Verlag / Sandra Bielmeier

 

Bienen Basics - Graefe und Unzer Verlag

Sandra und Armin Bielmeier

Bienen Basics

Alles, was Hobbyimker und Bienenfreunde wissen müssen

144 Seiten, mit ca. 230 Farbfotos

Format: 23,0 x 24,0 cm, Softcover

ISBN: 9783833847387

16,99 € (D) / 17,50 € (A) / 21,90 CHF (SFr.)

Buch hier bestellen.

Hier geht’s zurück zu unseren Gartentipps.

 

Weitere Interessante Artikel

 

Kommentare