Fruchtfolge

Fruchtfolge

Fruchtfolge Gemüse

Unter dem Begriff Fruchtfolge versteht man ein seit Jahrtausenden auf landwirtschaftlichen Flächen praktiziertes Verfahren über die zeitliche Abfolge des Anbaus von Nutzpflanzen auf ein und demselben Boden. Wird der Boden durch Monokulturen ausgebeutet, gehen wertvolle Nährstoffe verlorenen und Mangelerscheinungen bei den Pflanzen sind die Folge. Um eine einseitige Belastung des Bodens zu vermeiden, wird die Abfolge der anzubauenden Pflanzen aufeinander abgestimmt. Mit dem gezielten Wechsel der Pflanzenfamilien wird dafür Sorge getragen, dass vielfältige Nährstoffe zu jeder Jahreszeit im Boden zur Verfügung stehen bzw. diese genau auf die Bedürfnisse der Nutzpflanzen abgestimmt sind.

Vier Kategorien der Pflanzen

Bei der Fruchtfolge werden die Pflanzen in vier Kategorien unterteilt. Es wird zwischen starkzehrenden, mittelzehrenden, schwachzehrenden und bodenschonenden Pflanzen unterschieden. Paprika, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Kürbis, Lauch und Mais gehören zu Ersteren und bevorzugen einen nährstoffreichen und kräftigen Boden. Basilikum, Dill, Erdbeeren, Bohnen, die meisten Kräuter und Blumen sowie Erbsen gehören zu den schwachzehrenden Kulturen. Sie kommen gut mit einem mageren, nährstoffarmen und trockenen Standort zurecht. Rote Beete, Salate, Zwiebeln und Möhren sind Beispiele für mittelzehrende Pflanzen, die von ihren Bodenansprüchen zwischen den anderen beiden Gruppen stehen. Oftmals lassen sich die Pflanzen jedoch nicht eindeutig zu einer der drei Kategorien zuordnen, so dass je nach Quelle unterschiedliche Angaben darüber gefunden werden können. Jedes Jahr wird eine andere Pflanzenkategorie angebaut, wodurch die Nährstoffe im Boden immer mehr verbraucht werden, bis sie schließlich durch die Gründüngung im vierten Jahr wieder aufgefüllt werden. Neben der optimalen Nutzung der Nährstoffe im Boden hat eine wechselnde Fruchtfolge auch noch den Vorteil, dass Schädlinge und Krankheiten schlechter übertragen werden können.

Gemüsegarten

Gemüsegarten

Regeln für die richtige Fruchtfolge

-Schwachzehrer, Mittelzehrer und Starkzehrer werden im jährlichen Wechsel gepflanzt, wobei stets mit den Starkzehrern begonnen wird.

-Nach dieser Abfolge erfolgt eine einjährige Gründüngung

-Es werden nacheinander stets unterschiedliche Pflanzenfamilien an ein und derselben Stelle gepflanzt

-vor der Pflanzung erfolgt ein unterschiedlich starker Komposteintrag in den Boden: Schwachzehrer mit einer etwa 1 cm dicken Schicht, Mittelzehrer mit einer etwa 2-3 cm dicken Schicht und Starkzehrer mit einer etwa 5-8 cm dicken Schicht

-jährliche Zugabe von Hornmehl und anderen Hornmistprodukten

Die Fruchtfolge ist nicht zwangsläufig auf ein und dasselbe Beet begrenzt. Mit einem gezielten Plan können vier verschiedene Beete bepflanzt werden, so dass ein Beet mit Starkzehrern, ein Beet mit Mittelzehrern, ein Beet mit Schwachzehrern und bei Bedarf ein viertes Beet mit Dauerpflanzen entsteht. Im zweiten Jahr wechseln dann die Starkzehrer ins Beet der Schwachzehrer, die Mittelzehrer ins ehemalige Beet der Starkzehrer und die Schwachzehrer wandern ins Quartier der Mittelzehrer. Im dritten Jahr wird der Vorgang wiederholt. Es ist jedoch wichtig, sich einen genauen Pflanzplan zu erstellen, um die Beete und die Reihenfolge nicht zu verwechseln.

Die meisten Pflanzen werden Ihnen den Aufwand danken, indem sie üppiger gedeihen, weniger Krankheiten haben und einen größeren Ertrag liefern. Doch nicht jede Pflanze muss ein jährlich wechselndes Beet haben. Es gibt nämlich auch einige Ausnahmen von der Regel. So können Tomaten zwei Jahre nacheinander auf ein und demselben Boden angebaut werden. Auch Erdbeeren bleiben gleich drei Jahre im selben Beet. Rhabarber kann über mehrere Jahre an ein und demselben Standort wachsen, während Grünspargel sogar 8-10 Jahre im Beet bleiben darf.

Gartentipps: IR, Bild: 123RF.

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