Pflanzenkrankheiten und Schädlinge bei Gemüse

Pflanzenkrankheiten und Schädlinge bei Gemüse

Tipps gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge 

Tipps und Tricks gegen Pflanzenkrankheiten

Selbst angebautes Gemüse erfreuen den Hobbygärtner. Pflanzenkrankheiten und Schädlinge können schnell dazu führen, dass die Gemüsepflanzen nicht richtig wachsen oder die Ernte sogar vollständig ausbleibt. Pilze, Larven oder Fäule etwa können die Gemüsepflanze schädigen oder komplett töten. Wie Sie häufig auftretende Pflanzenkrankheiten und Schädlinge vermeiden oder wieder los werden, erfahren Sie hier.

Kraut- und Braunfäule mag Feuchtigkeit

Kraut- und Braunfäule tritt häufig bei Tomaten auf. Dagegen hilft die Überdachung der Pflanzen in einem Tomatenhaus. Dieses sollte aber regelmäßig belüftet werden. Da der Pilz sich besonders gut bei feuchtem Klima ausbreitet, ist der Schutz der Pflanzen die beste Vorsorge.

Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln

Um die sogenannte Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln zu vermeiden, sollten die Bestände nicht allzu dicht gepflanzt werden, damit die Pflanzen besser trocknen können.  Außerdem sollten Kartoffeln nie an zwei aufeinanderfolgenden Jahren an ein und derselben Stelle angelegt werden. Nach vier Jahren Pause können erneut Kartoffeln am alten Standort angebaut werden. Außerdem hilft es, keinen mineralischen Dünger zu verwenden. Besser geeignet ist Brennnesseljauche.

Gemüsefliegen fernhalten

Möhrenfliegenlarven können zu einer Verfärbung der Blätter bei Wurzelpetersilie und anderen Gemüsepflanzen beitragen. Diese Schädlinge  lassen sich am besten durch die Pflanzung von Zwiebeln, Lauch oder Tagetes fernhalten.

Kohlsorten werden oft von der Kohlfliege befallen, deren Maden die Wurzeln fressen und das Wachstum der Pflanze hemmen. Gegen die Larven der Kohlfliege hilft das regelmäßige Auflockern des Erdreichs. Um einen Befall durch die Kohlfliege vorzubeugen, sollten die Gemüsepflanzen mit einem engmaschigen Netz überspannt werden. Auch die Rübenfliege wird durch solche Netze von der Eiablage abgehalten.

Selleriefliegen treten von Mai bis Juli auf und können am ehesten durch das Ausbreiten von feinmaschigem Vlies über die Gemüsepflanzen verhindert werden. Plagegeister können aber auch durch die unmittelbare Nachbarschaft von Bohnen, Blumenkohl und Lauch ferngehalten werden.

Kohlhernie: befallene Pflanzen entfernen

Die Kohlhernie, eine Pilzerkrankung, die zum Absterben der Pflanze führt, kann vermieden werden, indem auf ein und demselben Boden vier Jahre lang keine Kreuzblütler gepflanzt werden. Die Erde sollte außerdem stets gut gekalkt sein, denn auf saurem Boden wird Kohl schnell von der Kohlhernie befallen und ist darüber hinaus anfällig für Pilzkrankheiten.

Außerdem sollten Kohlsorten eine etwa dreijährige Pause haben, bevor sie erneut im selben Beet gepflanzt werden. So werden Schädlinge und Krankheiten vorgebeugt. Die Kohlhernie kann mit dieser Maßnahme an der Verbreitung gehindert werden. Auch den Anbau von Erdbeeren in unmittelbarer Nähe sollte vermieden werden, da sie bei der Weiterverbreitung des Erregers helfen. Sollte der Pilz sich trotzdem ausbreiten, müssen befallene Pflanzen sofort entfernt und der Boden ausgetauscht werden.

Erdflöhe: Boden auflockern

Um Erdflöhe vorzubeugen, sollte regelmäßig gehackt und Unkraut gejätet werden. Durch das Auflockern des Bodens werden Erdflöhe gestört. Auch Knoblauchpflanzen in der Nähe oder das Feuchthalten der Erde und das regelmäßige Mulchen sollen helfen. Große Pflanzabstände und eine mehrjährige Pause des Anbaus auf ein und demselben Boden sind ebenfalls ratsam.

Echten Mehltau mit Knoblauch bekämpfen

Gurken, Möhren und Schwarzwurzeln werden häufig vom Echten Mehltau befallen. Gegen Pilzbefall an Pflanzen kann Knoblauch-Sud helfen. Der Sud wird in einem Abstand von drei Tagen dreimal auf die Blätter und den Boden der befallenen Pflanze gesprüht. Sowohl Sternrußtau als auch Mehltau können mit diesem Mittel bekämpft werden. Vorbeugend können gegen Mehltau auch Knoblauch, Kerbel und Schnittlauch zwischen die zu schützenden Pflanzen gepflanzt werden.

Herstellung des Knoblauch-Suds: Auf ein bis drei zerquetschte Knoblauchzehen wird etwa 1 l Wasser gegeben und anschließend wird der Sud etwa 24 Stunden bei Raumtemperatur stehen gelassen. Danach wird die Flüssigkeit durchgesiebt und auf 1 l mit Wasser aufgefüllt.

Blattläuse mögen keine ätherischen Öle

Blattläuse werden am besten durch Mischkulturen vermieden. Durch eine hohe Artenvielfalt bei den Pflanzen können sich auch Nützlinge ansiedeln wie zum Beispiel Marienkäfer und Florfliegen. Auch der gezielte Einsatz bestimmter Pflanzenarten verhindert eine Massenausbreitung von Blattläusen. Alle Pflanzen, die ätherische Öle enthalten, wie zum Beispiel Lavendel können vorbeugend gegen Blattläuse eingesetzt werden. Auch Bohnenkraut hat sich in der Praxis bewährt. Auch Brennnessel-Sud, mit dem man die befallenen Pflanzen besprüht werden, hilft gegen Blattlausbefall. Die Prozedur muss mehrmals wiederholt werden, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt. Die Nesselzellen der Brennnesseln sorgen dafür, dass die Blattläuse verschwinden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass keinerlei Schadstoffe in den Boden gelangen. Die Brennnesseljauche ist für unsere Pflanzen völlig ungefährlich.

Auch ein Gemisch aus Schmierseife (Kali-Seife) und Wasser kann auf ähnliche Art und Weise auf die Pflanzen verteilt werden. Man nehme ca. einen Esslöffel Seife auf einem Liter Wasser. Jedoch kann die Seifenlauge unschöne Flecken auf den Blättern der Pflanzen hinterlassen. Weitere Bekämpfungsmittel sind: Zwiebelschalen, Teebaumöl, Nelkenpulver und Kaffee. Die Zwiebelschalen werden in einem Topf mit Wasser aufgekocht und der daraus entstandene Sud nach dem Abkühlen auf die Pflanze gegeben. Das Teebaumöl wird ebenfalls in Wasser (nicht kochen) gelöst und mit einem Spritzer Spülmittel versetzt. Auch dieses Mittel wird direkt auf die Pflanzen gesprüht. Das Nelkenpulver wird hingegen auf die Pflanzerde gegeben. Durch das Gießen gelangen die Stoffe über das Wasserleitsystem der Pflanze zu den Blattläusen. Auch abgekühlter Kaffee kann mithilfe einer Sprühflasche auf die Pflanze verteilt werden.

Pflanzenkrankheiten und Schädlinge im Gemüsebeet

Gemüsenetze schützen vor Schädlingen

Netze schützen vor Kohlweißling

Gemüseschutznetze sind die beste Methode, um die Larven des Kohlweißlings nicht im Gemüsebeet zu haben. Die adulten Schmetterlinge können so gar nicht erst zur Eiablage kommen.

Kalk gegen Drahtwürmer

Drahtwürmer sind die Larven einer bestimmten Käferfamilie. Sie ernähren sich zunächst von totem Pflanzenmaterial, schrecken aber in der späteren Entwicklung nicht vor gesunden Pflanzen zurück. Chicorée, Wurzelgemüse, Erdbeeren, Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln, Sellerie, Petersilie, Kohl und Tomaten gehören auf ihren Speiseplan. Ein Bekämpfungsmittel ist das Kalken des Bodens. Außerdem können Fallen mit Karottenstückchen ausgebracht werden, die die Tiere anziehen. Auch das Pflanzen von Weizen zwischen den anderen Pflanzen hilft, denn diesen mögen die Schädlinge besonders gern. Wird dieser später vernichtet, werden auch die Drahtwürmer entfernt.

Hartnäckige Pflanzenkrankheit: Falscher Mehltau

Vom falschen Mehltau werden Radieschen, Rettich, Meerrettich, Schwarzwurzeln, Kopfsalat, Erbsen, Feldsalat, Kohlgewächse, Spinat, Zwiebeln und Weinreben häufig befallen. Zu feuchte Bedingungen fördern den Falschen Mehltau. Dagegen helfen die Einhaltung der Pflanzabstände, Mischkultur und ein nicht allzu geschützter Platz im Garten, damit die Blätter der Pflanzen nach dem Gießen oder dem Regen schneller trocknen können. Eine Mulchschicht hilft die Feuchtigkeit trotzdem im Boden zu halten und sorgt gleichzeitig für eine Stickstoffdüngung. Der Falsche Mehltau kann nur durch das Entfernen befallener Pflanzenteile bekämpft werden. Doch er kann verhindert werden, indem die Anbaufolge beachtet wird. Es ist empfehlenswert, die Pflanzen nur alle drei Jahre in ein und demselben Boden zu kultivieren.

Erbsenwickler: nur Vorbeugung hilft

Die Larven des Erbsenwicklers befallen die Erbsenpflanzen und fressen sich durch das Innere der Erbsenhülse. Ein Bekämpfungsmittel gibt es aufgrund der geschützten Lage der Larven leider nicht. Einzig die Vorbeugung durch das Fördern von Fressfeinden, wie Vögel, Igel und Laufkäfer ist sinnvoll.

Wurzelälchen: Pflanze entfernen

Wurzelälchen gehören zu den Nematoden. Diese Fadenwürmer zerstören die Wurzeln der Gemüsepflanzen, wodurch diese zu faulen beginnen. Befallene Pflanzen sollten sofort entfernt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Dies ist besser, als die Bekämpfung mit giftigen Mitteln.

Hier finden Sie Tipps gegen Pflanzenkrankheiten bei Obstpflanzen.

Gartentipps: IR. Bilder: 123RF

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