Schädlingsbekämpfung mit alten Nutzpflanzen

Schädlingsbekämpfung mit Brennesseljauche

Schädlingsbekämpfung mit Brennesseljauche

Schädlingsbekämpfung muss nicht immer chemisch sein. Hier sind drei großartige Tipps, wie sie Schädlinge ganz einfach mit Zubereitungen aus alten Nutzpflanzen, die schon seit Generationen von Kundigen verwendet werden, umweltschonend bekämpfen können.

Biologische Schädlingsbekämpfung mit Wermut-Tee

Wermut ist im Garten eigentlich nur für Johannisbeeren ein guter Nachbar, denn er schützt sie vor dem Säulchenrost; auf andere Pflanzen wirkt das Duftkraut eher negativ. Allerdings lassen sich auch Schadinsekten durch Wermut abschrecken – und das kann man sich auf recht einfache Weise zunutze machen.

■ 300 g frisches Wermutkraut (unverholzte obere Teile) mit der Gartenschere grob zerkleinern. Bei Verwendung getrockneten Krautes: 30 g.

■ Kraut mit 10 l kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten zugedeckt stehen lassen. Abseihen. Abgekühlten Tee unverdünnt spritzen.

Wermut-Tee wirkt gegen folgende Schädlinge: Blattläuse, Ameisen oder Kohlweißlingsraupen.

 

Schädlingsbekämpfung mit Brennnessel-Jauche

Für eine Pflanzenjauche werden die frischen oder getrocknete Pflanzenteile in Wasser angesetzt und einer Gärung überlassen.

■ Etwa 1 kg frisches Brennnesselkraut mit der Gartenschere grob zerkleinern. In einem Gefäß aus Holz, Steingut oder Plastik mit 10 l Regenwasser übergießen. Nicht bis zum Rand auffüllen, denn die Jauche schäumt während der Gärung. Ansatz umrühren und mit einem Drahtgitter oder Holzrost abdecken.

■ Täglich umrühren. Die nach wenigen Tagen einsetzende Gärung ist mit unangenehmer Geruchsbildung verbunden, die sich mit einer Handvoll Steinmehl reduzieren lässt.

■ Nach etwa 2 Wochen schäumt die Jauche nicht mehr und ist gebrauchsfertig. Abseihen. Zur Düngung mit der 10–20-fachen Menge Wasser verdünnt morgens oder abends bei feuchtem Wetter direkt an die Wurzeln gießen.

Brennnessel-Jauche stärkt die Abwehrkraft der Pflanzen, beugt einem Befall durch Schädlinge, insbesondere Blattläuse und Spinnmilben, vor, vertreibt diese (bei nicht zu massivem Auftreten) und ist ein gutes organisches Düngemittel. Achtung! Brennnessel-Jauche ist ätzend.

Rainfarn-Brühe

Für eine Pflanzenbrühe werden die Pflanzenteile in heißem oder kaltem Wasser eingeweicht, dann im Einweichwasser eine Zeitlang gekocht.

■ 500 g blühendes Rainfarnkraut (unverholzte obere Teile) mit der Gartenschere grob zerkleinern.

■ In einem Eimer von 10 l Fassungsvermögen Rainfarnkraut mit kaltem Wasser – möglichst Regenwasser – übergießen. 24 Stunden zugedeckt stehen lassen.

■ In einem Emailletopf Rainfarnkraut- Ansatz zum Kochen erhitzen und 15 Minuten kochen lassen. Abgekühlte Brühe abseihen. Im Verhältnis 1:2 verdünnt gießen oder spritzen.

Rainfarn-Brühe wirkt gegen verschiedene tierische Schädlinge, beispielsweise gegen Kartoffel käfer, Himbeerkäfer, Brombeermilbe, Erdbeerblütenstecher, Erdbeermilbe, Blattwespen. Die Brühe kann auch gegen Rost und Mehltau angewendet werden.
Achtung! Rainfarn ist giftig. Die Brühe zur Schädlingsbekämpfung darf nicht getrunken und nicht kurz vor der Ernte von Nahrungspflanzen eingesetzt werden.

Am besten mit Regenwasser setzt man das Rainfarnkraut zu einer Brühe an.

 

© BLV Verlag

Alle Gartentipps und Bilder sind aus diesem Buch:

Alte Nutzpflanzen für SchädlingsbekämpfungGertrud Scherf

Alte Nutzpflanzen wieder entdeckt. Traditionelles Wissen für den Alltag.

160 Seiten

158 Farbfotos, 25 Zeichnungen, 19.3 x 24.6 cm,

Laminierter Pappband

ISBN: 978-3-8354-1249-1

€ 19,99 (D)

 

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