All about Honey – Wissenswertes über Honig

In einem faszinierenden Prozess verwandeln Bienen Blütennektar und Honigtau in Honig. Das süße Gold ist für die Bienen das Überlebenselixier und für uns Menschen ein gesunder Genuss.

Rapsblüte im Frühling - Blühende Rapsfelder spenden Bienen Nahrung!

Rapsblüte im Frühling – Blühende Rapsfelder spenden Bienen Nahrung!

Endlich ist es so weit! Die erste Massentracht, die Rapsblüte, hat begonnen. Es ist Mai, und während der nächsten zwei Wochen füllen sich die Honigräume in den Bienenstöcken kontinuierlich. Durch das Überangebot an Rapsfeldern in vielen Landstrichen ist Raps die Haupttracht des Jahres. Dabei hat die Honigbiene übers Jahr verteilt grundsätzlich die Auswahl zwischen zwei Rohstoffquellen: Nektar und Honigtau. Der Nektar steht von Frühling bis Sommer zur Verfügung, der Honigtau erst ab Hochsommer, wenn er von verschiedenen Läusearten produziert wird. Dementsprechend spät im Sommer kann er von der Biene geerntet und zu dunklem Waldhonig verarbeitet werden.

Aus über 200 000 Blüten holt sich ein Bienenvolk pro Tag den Nektar. Um ein Kilogramm Honig produzieren zu können, müssen die Flugbienen bis zu sechs Millionen Blüten besuchen. Je nach der Fülle des Nektarangebots legt die Sammelschar eines Bienenvolks die unglaubliche Strecke von 40 000–120000 Flugkilometern zurück. Das entspricht ein bis drei Erdumrundungen!

 Vom Nektar zum Honig

Sind Sammelbienen voll beladen, transportieren sie mehr als die Hälfte ihres Körpergewichts. Sie saugen den Honigrohstoff, den Nektar, mit ihrem Rüssel auf, und damit beginnt auch schon die Verarbeitung zum süßen Gold. Denn in der Honigblase wird durch die vorherige Beimischung von Enzymen der gesammelte Nektar verarbeitet. Im Bienenstock angekommen, übergeben sie den gespeicherten Honig von Rüssel zu Rüssel an ihre Kolleginnen im Stock. Im Bienenvolk wiederholt sich dieser Vorgang noch mehrmals von Arbeiterin zu Arbeiterin. So verliert der anfangs noch sehr flüssige Honig den hohen Wassergehalt und wird weiterhin mit Enzymen veredelt, bevor er in die Waben eingelagert wird. Der Feuchtigkeitsgehalt (Wasser plus andere Flüssigkeiten) liegt im Idealfall bei 18–20 Prozent, je nach Honigsorte. Das macht den Honig lagerfähig. Enthält er zu viel Feuchtigkeit, würde durch die von Natur aus enthaltenen Hefen bald ein Gärungsprozess einsetzen.

Vor der Entnahme des Honigs prüft der Imker den Wassergehalt mit der Spritzprobe, indem er eine Wabe mit einem kurzen Ruck in Richtung Boden schüttelt. Spritzt der Honig heraus, ist er noch nicht reif und muss noch in den Waben bleiben. Fortan kümmern sich die Bienen wieder um den Reifeprozess, indem sie den Honig weiter umverteilen und durch Schlagen mit ihren Flügelchen die feuchte Luft im Bienenstock durch trockene Außenluft ersetzen und dem Honig so mehr Wasser entziehen. Ist der Honig reif zur Einlagerung, verdeckeln die Bienen die Wabenzellen mit einer dünnen Wachsschicht.  Viele Imker benutzen für die Messung des Wassergehalts ein sogenanntes Refraktometer. Damit kann man den prozentualen Wassergehalt des Honigs ganz genau ermitteln.

 Die Inhaltsstoffe

Honig im Glas

Wird der Honig ein paar Tage nach der Ernte gerührt, bleibt er zähflüssig.

Woraus besteht Honig eigentlich? Mit ca. 80 Prozent dominiert Zucker den Lebenssaft der Biene. Dazu kommen ca. 17 Prozent Wasser und ca. 3 Prozent Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe, Vitamine sowie Farb- und Aromastoffe. Diese wertvollen Zugaben bewirken, dass der Honig haltbarer wird. Es entstehen Stoffe, die das Wachstum von Bakterien hemmen. Die beigemischten Enzyme bewirken auch eine Veränderung der Zucker, die im Blütensaft enthalten sind. Es entstehen besondere Zuckerarten, die nur im Honig zu finden sind.

Der hohe Zuckergehalt versorgt die Bienen in den harten Wintermonaten mit Energie und ist daher für ihren Fortbestand maßgeblich. Doch Zucker ist nicht gleich Zucker. Honig enthält hauptsächlich die Einfachzucker Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker) sowie in geringeren Mengen den Zweifachzucker Maltose, den Dreifachzucker Melezitose und einige andere Zuckerarten. Weil Honig besonders viele Einfachzucker enthält, die vom menschlichen Körper rasch verarbeitet werden können, ist er ein schneller, aber schonender Energiespender. Gerade für Sportler und körperlich arbeitende Menschen ist Honig deshalb eine perfekte Powernahrung. Zweifachzucker dagegen, etwa Rübenzucker (Saccharose), muss vom Körper aufgespalten werden, um als Energieträger genutzt werden zu können. Das hat eine stärkere Belastung der Verdauungsorgane zur Folge.

 Die Heilkraft des Honigs

Seit Jahrtausenden schätzen Menschen die heilsame Wirkung des Honigs, und auch in der Volksmedizin ist schon seit Langem bekannt, dass Honig in vielen Fällen die Genesung unterstützen kann. In der Wundheilung wird Honig aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften bei Schwellungen, lokalem Schmerz und erhöhter Temperatur eingesetzt. Weil Honig das Wachstum von Fibroblasten (kollagen-bildende Zellen) fördert, sorgt er dafür, dass Wunden gleichmäßig heilen, und reduziert die Narbenbildung. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung ist Honig außerdem für die Zähne bei Weitem nicht so schädlich wie z.B. Rübenzucker. Er unterstützt durch Inhaltsstoffe wie Kalzium und Phosphor sogar den Aufbau von Knochen und Zähnen.  Mittlerweile weiß auch die moderne Medizin die Heilkraft des Honigs zu schätzen: Seit einigen Jahren ist europaweit ein Honigprodukt unter der Bezeichnung »Medihoney« zugelassen. Es wird vornehmlich bei Brandwunden und bei der allgemeinen Wundversorgung in Krankenhäusern eingesetzt.

Als Heilmittel darf Honig allerdings nicht bezeichnet werden, da es nach geltendem deutschen Recht verboten ist, für die Heilwirkung von Lebensmitteln zu werben.

Alle Texte und Fotos sind aus diesem Buch:

(© Gräfe und Unzer Verlag /Autoren: Sandra Bielmeier & Armin Bielmeier / Fotografin: Sandra Bielmeier)

Bienen Basics - Graefe und Unzer Verlag

Sandra und Armin Bielmeier

Bienen Basics

Alles, was Hobbyimker und Bienenfreunde wissen müssen

144 Seiten, mit ca. 230 Farbfotos

Format: 23,0 x 24,0 cm, Softcover

ISBN: 9783833847387

16,99 € (D) / 17,50 € (A) / 21,90 CHF (SFr.)

Buch hier bestellen.

Hier geht’s zurück zu unseren Gartentipps.

 

Weitere Interessante Artikel

 

Kommentare