Zugvögel fliegen ins Winterquartier

Jedes Jahr fasziniert es von neuem, zu beobachten, wie sich Milliarden Zugvögel auf den Weg machen und tausende Kilometer zurücklegen, um den Winter in wärmeren Gebieten zu verbringen.

Gut gestärkt geht’s los

Der Hausrotschwanz - Zugvögel auf Blütenrausch

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) – einer der vielen Zugvögel

Die Tiere verfügen über eine innere Uhr, die ihnen die Zeit für „Departure“ und im Frühjahr wieder für „Arrival“ vorgibt. Lange hat man erforscht, wie sie ihre Zugrouten finden. Denn Vögel fliegen nicht den direkten Weg, wie es üblicherweise ein Flugzeug mit seinem streckenoptimierten Rundbogen über die Erdkugel macht. Auf der Reise von Europa nach Afrika folgen sie – je nach Abflugort – bestimmten Landmarken. Sie fliegen entweder über die Gibraltar-Route oder via Israel und den nahen Osten. Neben den Marken, die auch für die Zwischenrasten überlebenswichtig sind, orientieren sich die Tiere bei ihrem Flug am Magnetfeld der Erde. Aber auch die Sonne und die Sterne sind wichtige Orientierungshilfen.

Lang- und Kurzstrecke

Nicht alle Zugvögel fliegen gleich weit. Es gibt sogenannte Langstreckenzieher, wie den Kuckuck, die zwischen Brut- und Überwinterungsregion 4.000 Kilometer und mehr zurücklegen. Kurzstreckenzieher, wie die Mönchsgrasmücke, bringen dagegen nur etwa die Hälfte hinter sich. Amsel, Rotkehlchen und seit einigen Jahrzehnten auch der Star gehören zu den Teilziehern: Die Populationen nehmen im Herbst zum Teil am Vogelzug teil, viele verbleiben jedoch im Brutgebiet oder bewegen sich nur innerhalb einer großräumigen Region zu klimatisch milderen Winterstandorten.

Care-Paket für Zugvögel

„Betrachtet man, dass beispielsweise der zu den Teilziehern gehörende Hausrotschwanz zwischen 14 und 20 Gramm wiegt und hat man im Blick, dass dieser täglich üblicherweise etwa ein Drittel seines Körpergewichts als Nahrungsmenge aufnimmt, dann verwundert es schon, dass die kleinen Kerlchen zu solchen Flugleistungen imstande sind“, meint Christine Welzhofer, Fachfrau für Wildvogelfütterung aus dem bayerischen Gessertshausen. Sie rät im Rahmen der mittlerweile etablierten Ganzjahresfütterung von Gartenvögeln, den Herbst nicht zu vergessen: „Zugvögel sollen sich vor dem Abflug durch Fett- oder Mischfutter und durch mit getrockneten Insekten angereichertes Aufbaufutter für ihre Reise stärken können. Das erhöht die Chance, dass sie aus ihren Winterquartieren wohlbehalten wiederkommen. Als Boten des Frühlings kehren die Zugvögel ab Mitte März aus dem Süden Europas oder aus Afrika zu uns zurück. Wir dürfen uns freuen, sie dann erneut bei der Suche nach den besten Brutplätzen im Garten zu beobachten.“

Text: Welzhofer / Bild: ©kranidi/Welzhofer

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